Buchreflexion: Wenn die letzte Frau den Raum verlässt

Warum müssen eigentlich immer Frauen für Gleichberechtigung kämpfen?

Autoren: Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer
Erschienen:
2025


Ein persönlicher Blick auf Sexismus, Rollenbilder und Male Allyship – ausgelöst durch das Buch “Wenn die letzte Frau den Raum verlässt.”

Eigentlich wollte ich im Urlaub keinen Blogbeitrag schreiben. Einfach mal zwei Wochen Abstand von der Arbeit und all den Themen, über die ich sonst ständig nachdenke. Aber dann habe ich das Buch von Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer gelesen – und das Thema war mir am Ende doch zu wichtig, um meine Gedanken dazu einfach wieder mit nach Hause zu nehmen.

Das Buch steht tatsächlich schon seit seiner Veröffentlichung bei mir im Bücherregal. Ich wollte es unbedingt lesen, habe es aber irgendwie nie geschafft. Muss man wirklich erst in den Jahresurlaub fahren, um endlich ein Buch über Sexismus, Frauenquote, Gendern und Male Allyship zu lesen? Anscheinend schon.

Dabei hatte mich das Buch schon aus einem ganz anderen Grund beschäftigt. Ich fand es spannend und gleichzeitig irritierend, dass ausgerechnet zwei Männer ein Buch über Geschlechtergerechtigkeit schreiben. Warum zwei Männer? Braucht es wirklich wieder Männer, die erklären, was Frauen erleben?

Mit genau diesem Gedanken bin ich in das Buch gestartet und heute muss ich meine eigene Reaktion ein Stück weit korrigieren. Denn ausgerechnet darin liegt für mich inzwischen eine der größten Stärken des Buches: Vielleicht müssen wir Frauen eben nicht immer diejenigen sein, die erklären, kämpfen, widersprechen und Veränderung einfordern.


„Müssten das nicht eigentlich Männer lesen?“

Als ich angefangen hatte zu lesen, fragte mich meine Freundin irgendwann, warum ich mir als Frau eigentlich dieses Buch vorgenommen hätte. Müssten es nicht viel mehr Männer lesen? Über die Frage musste ich kurz nachdenken.

Ja, unbedingt. Ich würde sogar sagen: Gerade Männer sollten dieses Buch lesen. Besonders diejenigen, die beim Wort Frauenquote schon innerlich die Augen verdrehen, gendergerechte Sprache für unnötig halten oder mit dem Begriff Male Allyship nicht besonders viel anfangen können.

Inzwischen glaube ich aber, dass das nur die halbe Antwort ist, denn während des Lesens ist mir aufgefallen, wie viele Dinge auch ich über Jahre als vollkommen normal abgespeichert hatte.

An einer Stelle geht es sinngemäß um die Frage, ob man selbst schon einmal Sexismus erlebt hat. Wenn ich heute darüber nachdenke, lautet meine Antwort leider ziemlich eindeutig: Ja! Und je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr Situationen sind mir eingefallen.


Was wir irgendwann fĂĽr normal halten

Wenn ich mich frage, wann ich angefangen habe, bestimmte Erwartungen daran wahrzunehmen, wie eine Frau eigentlich zu sein hat, mĂĽsste ich ziemlich weit zurĂĽckgehen. Schon in meiner Kindheit wurde von mir erwartet, Rosa und Kleider zu tragen. Ich mochte das nicht und habe viele Dinge bewusst anders gemacht, wofĂĽr ich wiederum bewertet wurde.

Das klingt vielleicht erst einmal nach einer Kleinigkeit – es geht schließlich nur um eine Farbe oder ein Kleid. Für mich hat es trotzdem etwas gemacht. Schon früh war da dieses Gefühl: Es gibt offenbar eine Vorstellung davon, wie ich als Mädchen sein sollte, und ich passe da nicht unbedingt rein.

Vielleicht prägt mich das bis heute mehr, als mir lange bewusst war. Ich habe in meinem Leben ziemlich oft Dinge anders gemacht und mich immer wieder gefragt, warum etwas eigentlich so sein muss, nur weil es schon immer so war. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass Anderssein bewertet wird. Genau diese beiden Seiten finde ich rückblickend spannend: sich bewusst gegen Erwartungen zu stellen und sich an andere Stellen anzupassen.

Während meiner Ausbildung im Vertrieb begegnete mir das in einer ganz anderen Form. „Sex sells“ gehörte dort ziemlich selbstverständlich zur Kultur und ich bekam damals mit, dass erfolgreiche Geschäftsabschlüsse teilweise sogar mit gemeinsamen Bordellbesuchen gefeiert wurden. Wenn ich das heute aufschreibe, denke ich: Was für eine absurde Arbeitskultur. Damals habe ich vieles davon erstaunlich selbstverständlich hingenommen. Es war eben so.

Auch später war ich viel in Männerkreisen unterwegs und bin es teilweise bis heute. Blicke auf bestimmte Körperteile, Kommentare zum Aussehen oder irgendwelche Sprüche gehörten für mich lange irgendwie dazu. Nicht schön, aber normal. Irgendwann habe ich sogar angefangen, mein eigenes Verhalten daran anzupassen und mich teilweise bewusst weniger sexy angezogen, weil ich schlicht keine Lust auf Blicke oder Kommentare hatte.

Erst beim Lesen des Buches ist mir aufgefallen, wie absurd die Richtung dieser Anpassung eigentlich war:
‍Ich habe mein Verhalten verändert, damit andere ihr Verhalten nicht ändern mussten.

Ausgerechnet ich, die schon als Kind keine Lust darauf hatte, Rosa und Kleider tragen zu müssen, später ihr eigenes Startup hatte, sich in männlich geprägten Umfeldern bewegt, Verantwortung übernimmt und eigentlich ziemlich gerne Dinge infrage stellt. Und trotzdem habe ich mich angepasst.

Vielleicht ist genau das eine der Erkenntnisse, die Wenn die letzte Frau den Raum verlässt bei mir ausgelöst hat: wie tief solche Erwartungen sitzen können, selbst wenn man sich selbst als unabhängig, selbstbewusst und unangepasst erlebt. Sexismus besteht eben nicht nur aus den großen Situationen, bei denen sich im Nachhinein alle einig sind, dass eine Grenze überschritten wurde. Es sind auch die vielen kleinen Botschaften darüber, wie wir aussehen, sprechen, führen oder uns verhalten sollten. Wenn wir sie oft genug hören, werden manche davon irgendwann so normal, dass wir sie selbst kaum noch wahrnehmen.


Wo ist eigentlich der Chef?

Diese Erwartungen verschwanden auch nicht, als ich irgendwann selbst Verantwortung übernommen habe. Spätestens mit meinem eigenen Startup hätte eigentlich ziemlich eindeutig sein können, wer hier Entscheidungen trifft. Trotzdem wurde immer wieder nach dem „Chef“ gefragt und gerade in Runden mit höheren Managern habe ich erlebt, dass ich mich stärker behaupten musste, um ernst genommen zu werden.

Natürlich kann ich heute nicht jede einzelne Situation darauf zurückführen, dass ich eine Frau bin. Aber wenn man oft genug erlebt, dass Führung zunächst einmal männlich gedacht wird, fängt man irgendwann an, genauer hinzuschauen. Und auch heute begegnet mir etwas, das mich seit dem Lesen des Buches noch einmal mehr beschäftigt.

Ich werde häufig als sehr ambitioniert beschrieben. Das bin ich auch und ich mag diese Eigenschaft an mir. Gleichzeitig kommt damit erstaunlich oft eine Warnung: Ich müsse auf mich aufpassen, nicht zu viel machen und nicht irgendwann ausbrennen. Ich werde als durchsetzungsstark wahrgenommen, weiß aber genauso, dass ich darauf achten muss, mit meiner Art nicht anzuecken.

Vielleicht ist all dieses Feedback vollkommen berechtigt. Ich möchte gar nicht behaupten, dass ich es bekomme, weil ich eine Frau bin.
Aber ich frage mich inzwischen häufiger:

‍Würden wir bei einem Mann dieselben Worte benutzen?


Wann wird aus Ambition eigentlich „zu ambitioniert“? Wann wird Durchsetzungsstärke unangenehm? Wann gilt jemand als leidenschaftlich und wann als emotional? Und warum scheint bei Frauen so häufig noch die zusätzliche Erwartung mitzuschwingen, erfolgreich und durchsetzungsstark zu sein, dabei aber bitte nicht zu laut, nicht zu unbequem und nicht zu viel?

Genau deshalb ist mir auch die Passage im Buch über die unterschiedliche Bewertung von Männern und Frauen hängen geblieben. Was bei Männern als engagiert, führungsstark oder leidenschaftlich wahrgenommen wird, kann bei Frauen schnell als überehrgeizig, emotional oder schrill gelten.

Das Interessante daran ist für mich gar nicht, mit dem Finger auf „die Männer“ zu zeigen. Solche Bilder stecken in uns allen. Auch Frauen bewerten andere Frauen und auch ich bin mit bestimmten Vorstellungen von Geschlecht, Erfolg und Führung aufgewachsen. Ich werde also genauso wenig frei von solchen Biases sein.

Und irgendwann landet man damit zwangsläufig bei einem meiner Lieblingsthemen: der Frauenquote. Ich habe darüber schon unzählige Diskussionen geführt und mich selbst lange gefragt, ob eine Quote wirklich der richtige Weg sein kann. Leider komme ich immer wieder an denselben Punkt zurück: Offenbar brauchen wir sie zumindest so lange, bis es selbstverständlich geworden ist, dass Frauen genauso an den entscheidenden Tischen sitzen.

Was mich dabei inzwischen fast mehr beschäftigt als die Quote selbst, ist eine ziemlich einfache Frage:

‍Fällt Männern eigentlich auf, wenn wieder einmal nur Männer am Tisch sitzen und Entscheidungen treffen?


Ich meine das gar nicht ironisch, mich interessiert die Antwort wirklich. Wenn ich in einer wichtigen Entscheidungsrunde säße und dort ausschließlich Frauen wären, würde mir das auffallen. Ich würde mich fragen, warum das so ist, wer fehlt und welche Perspektiven dadurch möglicherweise nicht vorkommen. Warum scheint die umgekehrte Situation so häufig vollkommen normal zu sein?

Viele dieser Männer leben mit Frauen zusammen, arbeiten mit Frauen, haben Freundinnen oder vielleicht Töchter, denen sie vermutlich sagen würden, dass ihnen selbstverständlich alle Möglichkeiten offenstehen. Wie passt dieses Selbstverständnis dazu, wenn die wichtigen Entscheidungsrunden gleichzeitig immer noch überwiegend männlich sind?

Vielleicht beginnt Veränderung manchmal tatsächlich mit dieser einfachen Irritation:

Warum sitzen hier eigentlich nur Männer?


Allyship bedeutet für mich mehr, als einfach „dafür“ zu sein

An diesem Punkt wurde für mich auch klarer, warum ich inzwischen froh darüber bin, dass dieses Buch von zwei Männern geschrieben wurde. Ich glaube, dass viele Menschen grundsätzlich für Gleichberechtigung sind. Wenn man sie fragt, ob Frauen und Männer dieselben Chancen haben sollten, werden vermutlich nur wenige offen widersprechen. Interessant wird es für mich aber in Situationen, in denen Haltung plötzlich etwas kostet.

Ich erlebe immer wieder, dass Menschen mir nach einer Diskussion sagen, dass sie eine Aussage ebenfalls daneben fanden. Sie stimmen mir im persönlichen Gespräch zu, erzählen mir, dass sie einen Kommentar sexistisch, rassistisch oder diskriminierend fanden oder dass ihnen eine Diskussion ebenfalls zu weit ging. In dem Moment selbst haben sie aber nichts gesagt – und genau das beschäftigt mich. Warum muss eigentlich immer die Person widersprechen, die selbst betroffen ist, wenn eine Grenze überschritten wird?

Wenn in einem Meeting eine Frau permanent unterbrochen wird, muss nicht wieder diese Frau erklären, warum das problematisch ist. Wenn ein sexistischer Spruch fällt, braucht es nicht erst eine Frau im Raum, damit jemand widerspricht. Und wenn wieder ausschließlich Männer auf einem Panel sitzen, kann auch ein Mann die Frage stellen, warum das eigentlich so ist. Für mich bedeutet Allyship genau das: nicht nur innerlich derselben Meinung zu sein, sondern Verantwortung zu übernehmen, wenn es darauf ankommt.

Ich kenne natürlich auch die andere Seite. Sich einzumischen kann wahnsinnig anstrengend sein, gerade weil Diskussionen in sozialen Netzwerken schnell eskalieren und man sich irgendwann fragt, warum man sich das eigentlich antut. Gleichzeitig erlebe ich immer wieder, dass Menschen solche Diskussionen still verfolgen und mir anschließend persönlich sagen, dass sie mir zustimmen. Das freut mich natürlich, aber manchmal denke ich trotzdem:

‍Warum hast du es dann nicht auch gesagt?


Denn wenn immer nur diejenigen laut sind, die gegen Gleichberechtigung, Diversität oder andere Lebensentwürfe wettern, kann schnell der Eindruck entstehen, ihre Position wäre viel verbreiteter, als sie vielleicht tatsächlich ist. Haltung zeigt sich für mich deshalb nicht nur darin, welche Werte wir für uns selbst haben, sondern auch darin, ob wir bereit sind, für diese Werte einzustehen, wenn es unbequem wird.

Ein Gedanke aus dem Buch gefällt mir in diesem Zusammenhang besonders: Männer können ganz konkret Platz machen. Damit ist nicht gemeint, Frauen gönnerhaft ein bisschen Raum zu überlassen, sondern die eigene Position überhaupt erst wahrzunehmen. Wer spricht in einem Meeting wie lange, wer unterbricht wen, wer bekommt Credit für eine Idee oder die Bühne, wer wird in wichtige Runden eingeladen und wer sitzt letztendlich am Entscheidungstisch?

Eigentlich sind das keine revolutionären Fragen und vielleicht ist genau das das Erschreckende daran. Es geht nicht darum, dass Männer sich ab morgen kleinmachen sollen, damit Frauen groß sein dürfen, sondern darum, Strukturen wahrzunehmen, die für diejenigen, die von ihnen profitieren, häufig unsichtbar bleiben.

Deshalb finde ich es beispielsweise positiv, dass bei meinem Arbeitgeber DATEV der Bereich Diversity & Inclusion von einem Mann geleitet wird. Nicht, weil ein Mann besser erklären könnte, was Frauen oder andere Gruppen brauchen, sondern weil Diversity und Gleichberechtigung eben keine Aufgabe sein sollten, die wir wieder bei denjenigen abladen, die ohnehin betroffen sind. Genau diese Form von Verantwortung wünsche ich mir viel häufiger.


Und dann wäre da noch dieses Gendern …

Ich weiß, Lieblingsthema. Geschlechtergerechte Sprache ist für viele Menschen ein rotes Tuch und ich gebe offen zu, dass auch ich mich am Anfang damit schwer getan habe und tue ich immer noch. Sprache ist Gewohnheit und Veränderungen fühlen sich deshalb manchmal erst einmal ziemlich sperrig an.

Umso spannender fand ich ein Experiment der beiden Autoren. In ihrem 2021 erschienenen Buch Europe for Future verwenden sie bei allgemeinen Aufzählungen und Beschreibungen generische Femininformen – Männer und nichtbinäre Menschen sind dabei mitgemeint. Plötzlich wird sprachlich also die Frau zum vermeintlichen Normalfall.

Das fühlt sich ungewohnt an, aber genau das finde ich daran so interessant: Wenn es uns auffällt und sich vielleicht sogar merkwürdig anfühlt, wenn die weibliche Form alle mit meinen soll, warum fällt uns dann kaum auf, wenn jahrzehntelang die männliche Form als vollkommen selbstverständlich gilt?

Probiert es einfach einmal aus und beobachtet, was es mit euch macht. Ihr müsst danach nicht zwingend zu demselben Ergebnis kommen wie ich, aber vielleicht ist genau dieser kleine Perspektivwechsel interessanter als die hundertste Diskussion darüber, ob geschlechtergerechte Sprache jetzt „woke“ ist oder nicht.

Für mich ist sie keine „Woke-Ideologie“, sondern zunächst einmal der Versuch, darüber nachzudenken, wenn unsere Sprache sichtbar ist und wenn nicht. Wenn du das Buch gelesen hast, darüber nachgedacht und anschließend immer noch eine andere Meinung hast, dann ist das so. Aber dann haben wir wenigstens über die Sache gesprochen und nicht reflexartig ein Label draufgeklebt.
‍

Warum schreiben also zwei Männer dieses Buch?

Damit komme ich wieder zu der Frage zurück, mit der meine Reise durch das Buch angefangen hat. Frauen erzählen seit Jahrzehnten von Sexismus, schreiben Bücher darüber, forschen dazu, kämpfen für Gleichberechtigung, weisen auf Missstände hin und erklären immer und immer wieder, warum bestimmte Strukturen problematisch sind. Warum sollten Frauen zusätzlich dafür verantwortlich sein, jeden einzelnen Mann davon zu überzeugen?

Vielleicht brauchen wir gerade deshalb viel mehr Männer wie Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer, die diese Gespräche auch in ihre eigenen Kreise tragen. Männer, die anderen Männern widersprechen, wenn gerade keine Frau im Raum ist, denen auffällt, wenn sie wieder einmal ausschließlich mit anderen Männern auf einem Panel sitzen, die im Meeting darauf achten, wer gehört wird und wer nicht, und die Frauen eine Bühne geben, ohne anschließend dafür gefeiert werden zu wollen. Nicht als Retter der Frauen, sondern als Verbündete.

Als ich Wenn die letzte Frau den Raum verlässt angefangen habe, dachte ich noch:
Warum müssen ausgerechnet zwei Männer dieses Buch schreiben?
Heute denke ich: Zum GlĂĽck tun sie es. Und hoffentlich sind sie nicht die Letzten.

Wenn dir Male Allyship nichts sagt, du beim Thema Frauenquote innerlich die Augen verdrehst oder geschlechtergerechte Sprache für unnötig hältst, würde ich dir dieses Buch sogar ganz besonders empfehlen. Du musst danach nicht bei allem derselben Meinung sein, darum geht es mir gar nicht. Aber vielleicht passiert beim Lesen etwas Ähnliches wie bei mir: Man schaut noch einmal auf Dinge, von denen man dachte, man hätte längst eine klare Haltung dazu, und entdeckt dabei Erfahrungen oder Gewohnheiten, die man irgendwann einfach als normal abgespeichert hat.

Ich habe beim Lesen jedenfalls nicht nur einiges über Gleichberechtigung hinterfragt, sondern auch über mich selbst. Darüber, warum ich mich früher angepasst habe, obwohl ich eigentlich nie besonders gut darin war, mich anzupassen. Darüber, welche Vorstellungen von Frauen und Führung auch in meinem eigenen Kopf stecken. Und darüber, warum ich zunächst irritiert war, dass zwei Männer dieses Buch geschrieben haben.

Vielleicht war genau diese Irritation mein eigener blinder Fleck.

Denn Gleichberechtigung verändert sich nicht dadurch, dass Frauen immer besser darin werden, Ungleichheit zu erklären. Sie verändert sich dann, wenn diejenigen Verantwortung übernehmen, die bisher vielleicht gar nicht das Gefühl hatten, dass es auch ihr Thema ist.

Und manchmal beginnt das Erstaunlichste: Wahrnehmen, wer fehlt, Platz machen, widersprechen, wenn eine Grenze überschritten wird, und nicht erst hinterher im persönlichen Gespräch sagen, dass man eigentlich derselben Meinung war.

Sei nicht nur im Stillen dagegen. Sag etwas.

‍

Franzi Detail

Lass uns ins Gespräch kommen ✌️

Du arbeitest an einem digitalen Vorhaben,
möchtest eine Herausforderung sortieren oder suchst eine erfahrene Perspektive von außen?

In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam auf deine Situation und klären,
wo ich sinnvoll unterstĂĽtzen kann.

Oder schreib mir direkt:
info@franzidesign.de